Verwaltungskosten

Als Verwaltungskosten gilt der Abzug, den die Gesellschaften ihren Mitgliedern auf den Einnahmen aus den von ihnen verwalteten Rechten berechnen. Diese Kosten werden von den Berechtigten allein getragen, nicht von den Nutzern. Von 100 Franken einbezahlter Lizenzvergütung erhält das Mitglied beispielsweise bei 15% Kostenabzug 85 Franken ausbezahlt.

Der effektive Verwaltungsaufwand der Gesellschaften kann höher sein als der Kostenabzug zulasten der Mitglieder. Er wird jedoch teilweise gedeckt durch Nebeneinnahmen, z.B. aus Geldanlagen, so dass den Mitgliedern nicht der gesamte Aufwand belastet werden muss.

Der Verwaltungskostenabzug drückt aus, welcher Anteil von den Tarifeinnahmen den Berechtigten zur Deckung der Verwaltungskosten in Abzug gebracht wird; es handelt sich um die verteiltechnische Sichtweise.

Demgegenüber stellt der Bruttokostensatz unter betriebswirtschaftlichen Aspekten und ohne jegliche Verrechnung das Total der Bruttoaufwendungen den gesamten Bruttoerträgen gegenüber.

Die Höhe des Verwaltungsaufwands hängt unter anderem davon ab, wie viele Tarife, Kunden und Mitglieder eine Gesellschaft verwaltet und wie viele Mitarbeitende sie dafür benötigt. Die Schweizerischen Gesellschaften müssen für ein mehrsprachiges und kleines Gebiet einen verhältnismässig hohen Aufwand betreiben. Dennoch sind ihre Verwaltungskosten seit Jahren im Sinken begriffen. Sie betragen gegenwärtig: 

Verwaltungskosten 2019/2020

Gesellschaft Einnahmen (Mio. CHF) 2019/2020 Anzahl Mitglieder 2019/2020 Verwaltungs-kostenabzug 2019/2020 Bruttokostensatz 2019/2020 Vollzeitstellen 2019/2020
ProLitteris 35.2 / 35.2 13'707 / 14'987 12.0% / 16.1% 19.1% / 18.0% 21.9 / 20.1
SSA 25.3 / 23.9 3'328 /3'458 11.87% /11.12% 13.69% /13.06% 17.1 /18.1
SUISA 155.2 / 138.5 39'347 / 40'150 13.07% / 13.07% 19.5% / 23.5% 203.69 / 197.46
SUISSIMAGE 110.5 /79.4 3‘903 /4'042 2.40% /3.12% 3.23% /4.34% 26.1 /25.7
SWISSPERFORM 58.3 / 59.2 18'166 / 19'777 8.33% / 8.68% 11.67% / 12.29% 20.41 / 23.29

Adrian Frutiger

«Ich könnte das, was ich gerne mache, ohne die SUISA nicht machen. Denn von der Produzentenseite her wird für die Musik nicht viel bezahlt. Die Verwertung macht deshalb einen grossen Anteil meiner Einkünfte aus.»